Gehörlosenkultur

Gleich wie jede Gemeinschaft hat auch die Gehörlosengemeinschaft ihre eigene Kultur mit „typischen” Verhaltensweisen, geteilten Normen und Werten. Das wichtigste kulturelle Merkmal ist wohl die Gebärdensprache – das hast du ja schon erfahren! Aber was kannst du dir sonst unter „Gehörlosenkultur” vorstellen? Wir geben dir hier einen kleinen Einblick:
In der gebärdensprachlichen Kommunikation hält man den Blickkontakt stets aufrecht, um zu sehen, was das Gegenüber gebärdet. Das ist auch ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung. Das Verabschieden unter gehörlosen Freund:innen oder Bekannten kann außerdem richtig lange dauern. Nicht selten müssen Kellner:innen die redseligen Gehörlosen zur Sperrstunde „rauswerfen”. Die Kommunikation unter vielen Gehörlosen ist außerdem oft direkter als unter hörenden Menschen. Ein weiterer Aspekt der Gehörlosenkultur ist, dass sich verhältnismäßig viele Gehörlose sportlich engagieren. Es gibt zahlreiche lokale Sportvereine und Sportveranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene. Auch im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen treffen Gehörlose aus der ganzen Welt aufeinander. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das internationale Festival „Clin d’Oeil” in Frankreich, bei dem die Gehörlosenkultur und ihre Kunstformen in Gebärdensprache (z. B. Storytelling, Witze erzählen und Poesie) gefeiert werden.

Du möchtest wissen, wie verschiedene Gebärdennamen aussehen? Siehe hierzu das Video:

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